11.-13.4.2008: antifaschistischer Jugendkongress in Hamburg

Vom 11. bis 13. April 2008 im Kölibri in Hamburg. Der Kongress versteht sich als Teil der Mobilisierung gegen den Naziaufmarsch am 1. Mai in Hamburg.

Am 1. Mai 2008 wollen Nazis der NPD und freien Kameradschaften durch Hamburg marschieren. Traditionell ist der 1. Mai der Internationale Tag der Arbeiter_innenbewegung - den die Nazis nun mit ihrer menschenverachtenden Ideologie für sich vereinnahmen wollen. Nazis versuchen schon seit einiger Zeit, linke Themen wie zum Beispiel Sozialabbau mit rechten Gedankengut zu besetzen. Dieser Trend zeigt sich auch in ihrem veränderten Erscheinungsbild, sie tragen nicht mehr nur Glatze und Springerstiefel, stattdessen versuchen sie mit verschiedenen Kleidungsstilen ihre rassistischen und antisemitischen Überzeugungen für Jugendliche attraktiver machen. All das lassen wir nicht zu! Wir wollen den Nazis und ihren Ideologien nicht nur auf der Strasse, sondern auch im täglichen Leben entgegentreten und veranstalten deshalb den Jugendkongress ?Her mit dem schönen Leben?, der nun schon zu zweiten mal stattfindet.

wir wollen mehr!

Nur Nazis bekämpfen reicht uns nicht. Rassismus und Antisemitismus sind, genau wie andere Unterdrückungsmechanismen, tief in der Gesellschaft verwurzelt und beeinflussen unser Leben und den Umgang mit anderen Menschen. Deutlich wird dies zum Beispiel auch an der Debatte um Jugendkriminalität in der rassistisch argumentiert wird. Aus diesem Grund bieten wir verschiedene Workshops unter anderem zu den Themen Rassismus, Antisemitismus, Kapitalismus und Sexismus an. Wir wollen, dass die Beziehungen der Menschen zueinander nicht mehr durch diese und andere Herrschaftsverhältnisse gekenzeichnet sind. Her mit dem schönen Leben!

and the beat goes on?

Mit dem Kongress ist es natürlich nicht getan. Nazis wird es auch danach (leider) noch geben, und auch die Gesellschaft ist noch nicht grundlegend verändert. Deshalb wollen wir schon auf dem Kongress Raum zum Kennenlernen und Austauschen bieten. Bis zum Naziaufmarsch gibt es verschiedenste Möglichkeiten, sich in die Vorbereitung der Gegenaktivitäten einzubringen. Darüberhinaus habt ihr die Möglichkeit, nach dem Kongress kontinuierlich weiter zu den Themen zu arbeiten und euch mit anderen Jugendlichen zu vernetzen.

Ab_jetzt - Linke Jugend // Avanti - Projekt undogmatische Linke // [aujah] - Autonome Jugendantifa Hamburg

Der Jugendkongress bietet ein umfangreiches Angebot an Workshops. Für detaillierte Infos zu den Workshops sowie zu allen Fragen zur Anmeldung, Anreise etc. informiert Euch direkt auf der Homepage des Kongresses: http://jugendkongress.kilu.de/index.php

Her mit dem schönen Leben!


Die Workshops im Überblick:

Sexismus und sexualisierte Gewalt sichtbar machen

Wir stellen feministische Konzepte zum Umgang mit sexualisierter Gewalt vor und möchten eine Auseinandersetzung mit dem Thema anregen.

Repression & Rechtshilfe

Was nehme ich mit zur Demo? Was tun, wenn es Stress mit der Polizei gibt? Im Workshop geht es um den richtigen Umgang mit staatlicher Repression.

Street Art

Es heißt einmal wieder Reclaim the Streets! Street Art ist sehr vielfältig und ein gern genutztes Mittel für politische Öffentlichkeitsarbeit. In diesem Workshop werden wir uns sowohl theoretisch, als auch praktisch mit politischer Straßenkunst beschäftigen und eigene Schablonen und Aufkleber machen.

Kapitalismuskritik ohne Vorwissen

Wer ist heute noch lesbar: Karl May oder Karl Marx? Worin unterscheiden sich Kapitalismus und Kommunismus? Die grundlegenden Elemente sozialistischer und anarchistischer Theorie sollen kompakt aber gewiss nicht oberflächlich erfahrbar gemacht werden. Es geht um eine erste Annäherung an Kapitalismusanalyse und -kritik auf subjektiv-sinnlicher Ebene.

Action Training

Wir wollen in einem praktischen Training Grundlegendes zu Demo-Taktiken, Massenblockaden, Bezugsgruppen und Widerstand ausprobieren und erfahrbar machen.

Zivilcourage

Situationen, in denen wir oder andere mit Gewalt, Sexismus und Rassismus konfrontiert sind kennt jeder. Wir wollen gemeinsam versuchen etwa mit Rollenspielen uns damit auseinanderzusetzen und Handlungsfähigkeit aufzubauen.

Nazistrukturen in Hamburg

Es geht um einen aktuellen Überblick über die Nazistrukturen in Hamburg. Angesichts einer ansteigenden neofaschistischen Gefahr wollen wir gemeinsam über die Bedeutung der einzelnen Gruppierungen und wirksame Strategien gegen die extreme Rechte diskutieren.

Der 1. Mai und die Geschichte der ArbeiterInnenbewegung

Am 1. Mai geht es auf die Straße. Das denken sich inzwischen auch die Nazis, für die internationale Kampftag der ArbeiterInnenbewegung zum ?Tag der nationalen Arbeit? mutiert ist, und die in diesem Jahr in Hamburg-Barmkek marschieren wollen. Aber ganz im Gegensatz zur Naziidelogie steht der erste Mai für eine vielfältige Bewegung, für die die Grenzen nicht zwischen den ?Völkern? sondern zwischen oben und unten verlaufen. Die sozialen Absicherungen die derzeit in allen möglichen Bereichen demontiert werden, gehen auf Kämpfe der ArbeiterInnenbewegung zurück. Um die Geschichte dieser Kämpfe geht es in dem Workshop.

Extremismustheorien

"Die Linken sind doch genauso schlimm wie die Rechten!" - diese Auffassung wird, so wenig sie auch stimmt, immer noch von vielen Menschen vertreten. In diesem Workshop gehen wir der Frage auf den Grund, warum dies staatlich gefördert und theoretisch unterfüttert wird.

Sicherheitsstaat

Warum hinterlässt Anna beim Surfen im Internet deutliche Spuren? Und wieso kann Arthurs Besuch bei seiner Tante auch 6 Monate später noch nachvollzogen werden? Anhand konkreter Beispiele wird gezeigt, wie staatliche Überwachungspraxis aussieht und welche technischen Möglichkeiten es gibt, sich dieser zu entziehen.

Antisemitismus

Was ist das eigentlich genau? Ist das etwas anderes als Rassismus? Auch in der so genannten Mitte der Gesellschaft sind Vorurteile gegenüber Juden immer noch weit verbreitet. Wir wollen uns mit geschichtlichen Hintergründen und der Aktualität dieser Thematik auseinandersetzen.

Staatlicher Rassismus und Abschiebung

Im Workshop geht es um den Rassismus, der dafür sorgt, dass Tausende EinwanderInnen in Lager unter unwürdigen Bedingungen leben müssen und in Länder, in denen Krieg und Folter herschen abgeschoben werden. Wir wollen Möglichkeiten aufzeigen sich dagegen zu wehren und Abschiebungen zu verhindern.

Feminismus für Frauen und Feminismus für Männer

Geschlecht was ist das eigentlich? Was bedeutet es für meinen Alltag? Spiel ich Fußball? Bin ich häufig still und vertraue auf mein süßes Lächeln? Kann ich mich durchsetzen und mit welchen Mitteln? Wie wollen uns anschauen wie Rollenerwartungen formuliert werden, wo sie einengen und benachteiligen. Es wird jeweils einen Workshop nur für Frauen und einen nur für Männer geben.

Opa war kein Nazi

War Opa ein Nazi oder doch eher ein Held? Und warum erzählt Oma nur bestimmte Dinge aus ihrer Jugend? In diesem Workshop geht es darum, die Art, wie in deutschen Familien über die NS-Zeit gesprochen wird, zu analysieren und problematisieren.

Alltagsrassismus

ReferentIn ist angefragt.

Schulworkshop

Warum ein Schulworkshop auf einer Antifakonferenz?? In diesem Workshop wollen wir neben der Vermittlung einer grundsätzlichen Kritik an Schule und ihrer Funktion in der Gesellschaft auch darüber reden wie wir an Schulen uns organisieren, Freiräume nutzen und diese (auch gegen Nazis) verteidigen können.