Texte und Infos zu ANTIRASSISMUS und FLÜCHTLINGSPOLITIK

Norderstedt, 31.5.2009: Antirassistisches Fußballturnier

4. antirassistisches Fußballturnier:
Teilnehmerrekord und großes Interesse!

Zum vierten Mal organisierten wir mit dem Sozialen Zentrum das antirassistische Fußballturnier in Norderstedt. Hier der Bericht, den wir vom Infoarchiv Norderstedt (Danke!) übernehmen:

16 Mannschaften und damit deutlich mehr Teams als in den Vorjahren beteiligten sich am Pfingstsonntag am Antirassistischen Fußballturnier des Sozialen Zentrums (SZ) im Norderstedter Willy-Brandt-Park.

01. Juni 2009 Rund 130 Freizeit-Sportler und fast 100 ZuschauerInnen aus mehr als einem Dutzend Nationen sorgten vor der Kulisse des Herold-Centers für Aufsehen ... und für noch mehr Teams im nächsten Jahr: Zahlreiche Passanten trugen sich in einen Verteiler ein und wollten im Wiederholungsfall dabei sein.

Fußballerisch gab's neben einigen Ball-Akrobaten vor allem Spaß zu sehen: So reckten nach sechs Stunden Freizeit-Kick die Mitglieder des mit Rotkohl/Blumenkohl am eigenwilligsten benannten Teams stolz den Pokal für den letzten Platz in die Luft. Sieger des Tages waren die Jugend-Kicker des Hamburger Vereins FC Welat, die als Welat Junior angetreten waren. Den zweiten Platz erreichte die Hamburger Hobby-Mannschaft Könneckes & Co, dritter wurde ein Mischteam der Kreisklassen-Mannschaften vom FFC Nordlichter Norderstedt. Fast schon traditionell dabei: Die Freizeit-Kicker vom Psychosozialen Zentrum Norderstedt. Sie verpassten durch eine 0:0-Serie zwar den Einzug in das Viertelfinale des Turniers, konnten aber immerhin ihre Namensverwandten vom Ausrichter Soziales Zentrum schlagen. Die besten drei Teams und die statistisch schlechteste Mannschaft erhielten jeweils Pokale, die aus Mauerbrocken des Ende 2005 von der Stadt Norderstedt abgerissenen Sozialen Zentrums an der Ulzburger Straße gefertigt wurden.

Das SZ verhandelt derzeit über neue Räumlichkeiten am Friedrichsgaber Weg. Dabei ging es zuletzt aber eher schleppend voran, auch weil ein Gruppe AnwohnerInnen sich mit zweideutigen Argumenten gegen ein linksalternatives Zentrum in der Nachbarschaft wehrt. Das Antirassistische Fußballturnier veranstaltet die Gruppe seit vier Jahren als symbolischen Akt für Integration ausländischer Menschen und für ein Bleiberecht von Flüchtlingen. Deshalb nahmen in diesem Jahr auch zwei Mannschaften abschiebebedrohter Jugendlicher teil.


Weitere Infos unter: www.soziales-zentrum.de und www.infoarchiv-norderstedt.org

Solidarität mit Kapitän Stefan Schmidt und Elias Bierdel

Humanitäre Hilfe ist kein Verbrechen!

Die "Cap Anamur" rettete im Juni 2004 37 Menschen aus Seenot und brachte sie in Italien an Land. In der Logik der europäischen Flüchtlingsabwehr ist das "Beihilfe zur illegalen Einreise", so jedenfalls lautet die Anklage der Staatsanwaltschaft in Agrigento/Italien gegen Kapitän Stefan Schmidt und Elias Bierdel.

Nun geht der Cap Anamur-Prozess geht in die entscheidende Phase. Die Staatsanwaltschaft  fordert 4 Jahre Haft und 400.000 Euro Geldstrafe für Elias Bierdel und Kapitän Stefan Schmidt. Im Juni 2009 könnte das Urteil fallen.

Unterstützt den Solidaritäts-Aufruf von Pro Asyl und anderen Organisationen:

Norderstedt, 12.5.2009: alternatives Kino

“Ertrunken vor meinen Augen”

Dieser Film erzählt von einem Flüchtling, der sich in einer Gruppe mit dem Boot nach Europa aufmachte, um Schutz zu finden. Als es zum Kontakt mit griechischen Grenzschützern kommt, kentert das Flüchtlingsboot aus ungeklärten Gründen und eine Frau ertrinkt.

Film und Diskussion über die Flüchtlingspolitik Europas

Als Gast freuen wir uns, Andrea Dallek begrüßen zu können. Sie arbeitet im Projekt “Landesweite Beratung” im Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein.
Der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein ist der Landesverband der in der solidarischen Flüchtlingsarbeit aktiven Gruppen und Personen http://www.frsh.de/

12.5.2009, 20 Uhr, Spectrum Kino Norderstedt , Rathausallee 44, Nähe U1 - Norderstedt Mitte

Das Alternative Kino Norderstedt wird von dem Sozialen Zentrum, ver.di Südholstein, IG BAU Hamburg-Nord, dem Info Archiv Norderstedt
und Avanti - Projekt undogmatische Linke veranstaltet.

Kiel und Flensburg, 6./7.8.2008: Veranstaltung zu vergessenen Protesten

Vergessene Proteste: Internationalismus und Antirassismus 1964-1983.

Afrikanische Kommilitonen, die dem SDS 1964 in Westberlin das regelverletzende Demonstrieren beibringen? Ein bei einer antirassistischen Aktion demoliertes Kino 1966? Krawalle während der Frankfurter Buchmesse 1968? Militante Verhinderung einer Abschiebung 1969? Eine Bombe gegen ein Kriegsschiff im Hamburger Hafen im selben Jahr? Fluchthilfe für US-amerikanische Soldaten 1970? Tumulte auf Aktionärsversammlungen 1971? Kampf für die Aufnahme von Asylsuchenden 1973? Proteste gegen staatlich verschuldete Todesfälle von Flüchtlingen 1983?

Der Autor Niels Seibert stellt Proteste aus der Bundesrepublik Deutschland in der Zeit von Mitte der 1960er bis Mitte der 1980er Jahre vor.

Kiel: Mittwoch, 6.8.2008, 19:30 Uhr in der Kneipe in der Hansa48, Hansastraße 48 (trotz Sommerpause!)

Flensburg: Donnerstag, 7.8.2008, 19:30 Uhr, Große Str. 34, Hintereingang (Werkstattraum)

Eine Veranstaltung von Avanti – Projekt undogmatische Linke und der werkstatt utopie & gedächntnis e.V., in Kooperation mit dem Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein. Die Veranstaltung wird unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Boizenburg, 22.12.2007: antirassistische Demonstration

Rassistischer Übergriff auf kurdischen Asylbewerber in Boizenburg

Am Sonntag, den 25.11.07 kurz nach 21 Uhr wurde nahe vom Bahnhof Boizenburg/Elbe ein kurdischer Asylbewerber aus der Türkei auf offener Straße von Rassisten misshandelt. Aggressiv fragte ihn jemand aus einer Gruppe, die vor dem Bahnhof stand, ob er Ausländer sei. Als er bejahte, schlugen fünf Männer mit Fäusten, Flaschen und Bierdosen auf ihn ein. Der blutende Mann versuchte, sich in einen Kiosk in der Nähe vom Bahnhof zu retten. Die Frau, die dort arbeitete, hatte ihn vor dem Übergriff laut gefragt, ob er Ausländer sei. Darauf hatte er nicht geantwortet. Jetzt, wo er sich vor den prügelnden Rassisten retten wollte, verwehrte ihm die Frau Hilfe im Kiosk. Dieser Vorgang animierte noch mehr von den ausländerfeindlichen Schlägern, auf den Kurden einzuprügeln. Ungefähr 20 Rassisten misshandelten ihn, ohne dass irgendjemand zur Hilfe kam. Schließlich gelang es ihm zu fliehen.

Im Lager Horst, wo der Asylbewerber leben muss, rief ein Freund einen Arzt. Dieser überwies ihn nach der Notversorgung ins Krankenhaus nach Hagenow, wo er drei Tage wegen Gehirnerschütterung und Prellungen, vor allem des Brustkorbs, behandelt wurde. Auch eine Woche nach dem Überfall leidet der Mann an Schmerzen und muss weiter Medikamente nehmen. Eine psychiatrische Behandlung wegen des Traumas verweigert die Lagerärztin.

Obwohl die Polizei wegen der Heimreise von Hansa Rostock Fans vom Spiel in Hamburg in der Nähe war, musste der Misshandelte nach seinem Krankenhausaufenthalt selber Anzeige erstatten. Der Staatschutz übernahm die Ermittlungen und bestellte den Kurden nach Schwerin, wo er aus einer Sammlung von 560 Fotos Täter identifizieren sollte. Er ist sich sicher, dass er fünf oder sechs der Täter wiedererkennen würde, aber nicht aus einer solchen Menge von Porträtaufnahmen.

Viele Flüchtlinge, die im Lager in Horst leben müssen, machen immer wieder die Erfahrung rassistischer Angriffe in Boizenburg und Umgebung. Um gewalttätigen Übergriffen zu entgehen, vermeiden es viele, in der Dunkelheit das Lager zu verlassen. Ein Lagersystem, das Flüchtlinge in abgelegene Orte aussondert, fördert die rassistische Grundstimmung in einem Land, das schutzsuchende MigrantInnen als Belastung definiert. Der strukturelle Rassismus wird z.B. in der menschenverachtenden Politik deutlich, die es den Flüchtlingen verbietet, den Landkreis, dem sie zugewiesen wurden, zu verlassen (Residenzpflicht). Das führt in Horst ganz konkret dazu, dass die Flüchtlinge nicht nach Lauenburg gehen dürfen, obwohl dies näher ist und sich viele dort sicherer fühlen als in Boizenburg.

  • Schluss mit dem Wegschauen: Mischt Euch ein, stoppt die rassistischen Übergriffe!
  • Weg mit dem Lagersystem und der rassistischen Residenzpflicht!
  • Solidarität gegen Abschiebungen! Offene Grenzen und gleiche Rechte für Alle!

Demonstration, 22.12.2007, 11 Uhr, Boizenburg
Auftaktkundgebung am Bahnhof und Demonstration zum Marktplatz

Abfahrt für Leute aus Hamburg: Hauptbahnhof 10.28 Uhr, Gleis 6a, Treff 10 U. Reisezentrum

Veranstaltung in Boizenburg gegen Rassismus: Mittwoch, 19. 12.2007, 19.30 Uhr, Ort wird noch bekannt gegeben


kein mensch ist illegal Hamburg, Ultra’ Sankt Pauli, Cafe Exil, Horst AG, Flüchtlingsrat Mecklen-burg-Vorpommern, Flüchtlingsrat Hamburg, Karawane Hamburg, Anti-Lagergruppe Hamburg, A.R.K. (antirassistische Kultur), medizinische Vermittlungs- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und MigrantInnen Hamburg, Antirassistische Initiative Rostock, atif (Föderation der ArbeiterInnen aus der Türkei in Deutschland), ADHK (Konföderation für demokratische Rechte in Europa), agif (Förde-ration von ArbeitsmigrantInnen aus der Türkei), Avanti - Projekt undogmatische Linke

Lübeck, 24.1.2007: Veranstaltung zur Bootsflucht auf die Kanaren

Mauretanien: Transitland oder Hilfssheriff der EU?

Auf der Veranstaltung möchten wir mit Amadou M‘Bow von derMenschenrechtsvereinigung Mauretaniensu.a. über folgende Fragen diskutieren:

  • Wie ist die Situation der MigrantInnen und Flüchtlinge in Mauretanien?
  • Welchen Widerstand gibt es gegen die EU-Migrationspolitik, wie sind dessen Bedingungen und welche Unterstützung wünschen sich AktivistInnen in Mauretanien und seinen Nachbarländern?
  • Was für Diskussionen, Forderungen und Aktivitäten gibt es in afrikanischen Ländern bzgl. Migration, z.B. auf dem Weltsozialforum im Januar 2006 in Bamako/Mali, auf der Konferenz in Rabat sowie im Hinblick auf das Weltsozialforum Ende Januar 2007 in Nairobi und die Mobilisierungen gegen den G8-Gipfel im Juni 2007 in Heiligendamm?

Mittwoch, 24. Januar 2007 , 19.30 Uhr,
Otto-Passarge-Saal (Große Burgstr. 51), Lübeck

Eine Veranstaltung des Lübecker Flüchtlingsforums e.V. (www.fluechtlingsforum.de) mit der Lübecker Initiative gegen die G8 (www.norden-gegen-g8.info) und AVANTI - Projekt undogmatische Linke (www.avanti-projekt.de)

Hamburg, 7.10.2006: Demonstration zum transnationalen MigrationsAktionsTag

Gegen Lager und Abschiebungen! Für eine bedingungslose europäische Legalisierung! Gleiche Rechte für alle!

In vielen europäischen und afrikanischen Ländern rufen Flüchtlings-, MigrantInnen- und Menschenrechtsorganisationen für den 7. Oktober zu einem Aktionstag gegen die restriktive und menschenfeindliche europäische Migrationspolitik auf. Beschlossen wurde dies auf dem Europäischen Sozialforum (ESF), zu dem sich im Mai ca. 15.000 Menschen in Athen versammelten.
Mit unserem Aufruf knüpfen wir direkt an eine Erklärung des Weltsozialforums (WSF) in Bamako/Mali an, das im Januar 2006 unmissverständlich zur herrschenden Migrationspolitik Stellung genommen hat: "Im Namen der Bekämpfung "illegaler" Einwanderung setzen Regierungen repressive Verfahren ein und weiten die Grenzen wohlhabender Nationen durch Internierungslager, Vertreibungen, Abschiebungen und Selektion von Arbeitskräften aus". Das WSF rief auf zu einer einjährigen internationalen Mobilisierung "zur Verteidigung des Rechts aller Menschen darauf, sich frei in der Welt bewegen zu können und ihr Schicksal selbst zu bestimmen."

Samstag, 7.10.06, 14.00 Uhr ab Hamburg-Hauptbahnhof (Ausgang Glockengießerwall)

März 2006: Veranstaltungen und Demonstration gegen das künftige Abschiebelager in Neumünster

Bild von www.umbruch-bildarchiv.deGlobales Lagersystem lokal bekämpfen

Am 18.3. demonstrierten Neumünster ca. 250 Menschen gegen die dort geplante  "Gemeinschaftsunterkunft für Ausreisepflichtige"  Die Einrichtung ist ein so genanntes "Ausreisezentrum", das nach dem Zuwanderungsgesetz in den Ländern eingerichtet werden kann, aber nicht muss. Der Begriff "Ausreisezentrum" klingt zunächst nach Ibiza, in diesem Bürokraten-Deutsch ist etwas vollkommen anderes damit gemeint: Ein Abschiebelager.

Lübeck, 17.1. - 20.1.2006: Veranstaltungsreihe 10 Jahre Hafenstraße

Gedenken an den Brandanschlag vom 18.1.1996

Am 18. Januar 1996 starben bei dem folgenschwersten Brandanschlag in der Geschichte der BRD auf das Flüchtlingsheim in der Lübecker Hafenstraße 10 Menschen, 38 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft versuchte, dem Hausbewohner Safwan Eid die Tat in die Schuhe zu schieben. Er wurde freigesprochen. 
Gegen die vier dringend tatverdächtigen Neonazis aus Grevesmühlen, die sich zur Tatzeit in unmittelbarer Nähe  des Brandhauses aufhielten, wurde trotz versengter Haare und Augenbrauen nie ernsthaft ermittelt ...

  • "Der Triumph der Mörder". Hintergrundartikel zum Brandanschlag und den Folgen. (erscheint in den aktuellen Ausgaben von Gegenwind und Enough is enough)
  • aktuelles Flugblatt von Lübecker Flüchtlingsforum und Lübecker Bündnis gegen Rassismus (PDF, 887 KB)

17.1.2006, 20 Uhr
Otto-Passarge-Saal, Burgstr. 51 (Hinterhof):

Hafenstraße - 10 Jahre danach: Betroffenheit ohne Konsequenzen

Podiumsdiskussion mit Michael Bouteiller (ehemaliger Bürgermeister der Hansestadt Lübeck), Maria Brinkmann (Lübecker Flüchtlingsforum e.V.), Bacar Gadji (Unterstützer der Überlebenden des Brandanschlags) und Kai Gusek (Diakoniepastor)

18.1.2006, 15 Uhr
am Gedenkstein Hafenstr. / Ecke Konstinstr.

Gedenkveranstaltung am Ort des Brandanschlags

 

19.1.2006, 18.45 Uhr
Kino Zwei50, Königstr. 38-40

"Tot in Lübeck"

Film von Katharina Geinitz und Lottie Marsau unter Mitwirkung von Dietrich Kittner über das skandalöse Vorgehen der Lübecker Staatsanwaltschaft im Hafenstraßen-Verfahren, 100 Min., BRD 2003

20.1.2006, 19 Uhr
Diele, Mengstr. 41

Hafenstraße - 10 Jahre danach: Justizskandal ohne Ende

Veranstaltung mit Gabriele Heinicke (Verteidigerin von Safwan Eid) und Holger Wulf (Beobachter des Prozesses für das Lübecker Bündnis gegen Rassismus

Lübeck, 28.10.2005: Antirassistische Veranstaltung

Europas tödliche Grenzen

Ceuta, Melilla und die Hintergründe - Infoveranstaltung & Diskussion mit Cornelia Gunser (Flüchtlingsrat Hamburg)

Der Ansturm auf die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla in Nordafrika und die Abwehrstrategie der spanischen und marokkanischen Regierungen haben in den letzten Wochen Schlagzeilen gemacht. Hunderte Menschen auf der Flucht vor den Zuständen in ihren Herkunftsländern haben sich in der Hoffnung auf ein besseres Leben zusammengeschlossen und die Zäune, die Afrika von Europa trennen, überwunden. Sie trotzten dabei den Befestigungsanlagen, dem Stacheldraht und den scharfen Schüssen von Militär und Polizei.

Die spanische Regierung reagierte hart: Unter Bruch der Genfer Flüchtlingskonvention schob sie die Flüchtlinge nach Marokko ab; die marokkanischen Behörden setzten die Abgeschobenen zu Hunderten ohne Wasser, Lebensmittel und medizinische Betreuung mitten in der Sahara aus. Viele von ihnen starben; erst nach internationalen Protesten sammelte Marokko die MigrantInnen wieder ein, nur um sie dann per Flugzeug abzuschieben.

In unserer Veranstaltung soll es darum gehen zu zeigen, wie sich die Geschehnisse der letzten Wochen in Europas Flüchtlings- und Lagerpolitik einfügen: es handelt sich nicht um isolierte Ereignisse, sondern um die dramatische Zuspitzung einer menschenfeindlichen Politik. MigrantInnen, ob sie vor politischer Verfolgung, materiellem Elend oder aus ganz anderen Gründen geflohen sind, sollen weitgehend schon an den EU-Außengrenzen abgewiesen werden. Das Recht auf Asyl und Flüchtlingsschutz wird zur Farce.

In der Diskussion möchten wir auf Perspektiven des Widerstands gegen diese Politik eingehen und besprechen, was wir tun können und müssen, um dieser Politik Einhalt zu gebieten.

Freitag, 28.10., 19.30 Uhr, Diele, Mengstraße 41

Veranstaltet vom Flüchtlingsforum Lübeck e.V.  in Zusammenarbeit mit AVANTI - Projekt undogmatische Linke und Basta! Linke Jugend

Hamburg, 14.10.2005: Demonstration gegen Europas Barbarei

Europas Barbarei - Nicht in unserem Namen!

Die Ereignisse in Ceuta und Melilla haben aufs Neue die brutale Wirklichkeit der Festung Europa sichtbar gemacht. Die Flüchtlinge und MigrantInnen wollen mit dem Sturm auf die Grenzen ihr Recht auf ein besseres Leben durchsetzen - und attackieren damit gleichzeitig die die weltweite Reichtumsverteilung. Auf diese Flüchtlinge wird scharf geschossen, es werden Grenzzäune erhöht und hastig Deportationen unter eklatantem Bruch der Genfer Konvention durchgeführt.

Die Europäischen Regierungen missachten dabei nicht nur internationales Recht, sondern nehmen den Tod von Menschen billigend in Kauf.

Keine Lager - nicht hier und nicht anderswo!

Offene Grenzen, Bewegungsfreiheit und gleiche Rechte für alle!

Demonstration in Hamburg am Freitag, 14.10.05, 16 Uhr

vom spanischen Generalkonsulat, Mittelweg 37 (Nähe Dammtor) zum "Infopoint Europa", Adolphsplatz (Nähe Rathaus)

 

Es rufen auf: Flüchtlingsrat Hamburg, AntiLager-Gruppe, Avanti - Projekt Undogmatische Linke, kein mensch ist illegal, Karawanegruppe Hamburg, Glasmoorgruppe, Cafe Exil, Hamburger, Arbeitskreis Asyl e.V., Sozialpolitische Opposition Hamburg, Antirassistische Initiative Rostock, Linkspartei.PDS Hamburg, autonomes aktionsbündnis gegen natodraht und weitere Gruppen und Einzelpersonen

Text des Aufrufflugblatts // Flugblatt als PDF (53 KB)


Ähnliche Demonstrationen und Kundgebungen fanden und finden in dieser und der nächsten Woche in folgenden Städten statt:
Dienstag, 11.10.: Frankfurt und Düsseldorf, vor dem spanischen Konsulat
Donnerstag, 13.10.: Bremen, 17 Uhr Ziegenmarkt und Osnabrück
Donnerstag, 13.10.: Madrid, 18 Uhr, Innenministerium
Donnerstag, 13.10.: Rabat, 20.30 Uhr, Plaza de Correos
Freitag, 14.10.: 17 Uhr Paris, Marokkanische Botschaft, evtl. auch in Athen
Samstag, 15.10.: 10 Uhr München und 11 Uhr Hannover, vor dem spanischen Konsulat
Samstag, 15.10.: 12 Uhr Malaga, 15 Uhr Brüssel, 17 Uhr Barcelona
Montag, 17.10.: 14 Uhr Berlin, vor der spanischen Botschaft

Aktuelle Infos hierzu bei Indymedia

Offener Brief sozialer und politischer Basisorganisationen an die PDS und WASG

"Wir fordern Euch auf, rassistischer und nationalistischer Stimmungsmache entschieden entgegenzutreten!"

Gemeinsam mit zahlreichen anderen Organisationen, antifaschistischen und antirassistischen Initiativen unterschrieb AVANTI einen Offenen Brief sozialer und politischer Basisorganisationen an die PDS und WASG.

Vor dem Hintergrund des gefährlichen Spiels mit rassistischen und nationalistischen Stimmungen, insbesondere durch Oskar Lafontaine, fordern wir die Partei(en) auf, eindeutige antirassistische Standpunkte zu einzunehmen. Konkret sollte die Linkspartei sich diese Forderungen der antirassistischen Bewegung zu eigen machen:

  • Die Ablehnung der aktuellen Ausbürgerungen von über hunderttausend Menschen, die einen Doppelpass besitzen.

  • Die Ablehnung und Abschaffung von Residenzpflicht

  • Die Auflösung aller Abschiebelager

  • Die Ablehnung von Abschiebungen

  • Die Forderung nach einer freien Gesundheitsversorgung für alle in Deutschland lebenden Menschen – also auch für Illegalisierte

  • Das Recht auf Legalisierung des Aufenthalts für alle illegal hier lebenden Menschen

Den vollständigen Text des Offenen Briefs findet Ihr hier: http://www.offener-brief-an-linkspartei.de/

Lübeck, 18.11.2004: 250 demonstrieren  gegen die Innenministerkonferenz

IMK_Plakat.jpg (89057 Byte)No Nation - No Border !

Am 18. und 19. November fand im Lübecker Radisson Hotel die Innenministerkonferenz statt, zu der Otto Schily und seine Länderkollegen anreisen waren. 

Gegen staatlichen Rassismus, gegen den Ausbau von Repression und Überwachung und für ein Bleiberecht für alle Flüchtlinge haben am 18. November etwa 250 in Lübeck demonstriert. Hintergründe zur Bleiberechtskampagne

Für Aufsehen sorgte der "weiße Block", der sich mit klarer Kommandostruktur diszipliniert und roboterhaft durch die Stadt bewegte - eine AgitProp-Aktion von Basta! gegen den Überwachungsstaat. Erst kurz vor Schluss transformierte sich das Weiß ins gewohnte Schwarz und die Disziplin wich fröhlichem Chaos.

Die Deeskalationsstrategie der Polizei wurde mit einigen Böllern auf die Probe gestellt und nach der Abschlusskundgebung gab es noch ein bisschen aufgeregtes Gelaufe durch die Innenstadt - ernsthafte Zwischenfälle gab es aber nicht.
HL_041118_7.jpg (66492 Byte) HL_041118_6.jpg (44893 Byte) HL_041118_3.jpg (70699 Byte)
HL_041118_4.jpg (59069 Byte) HL_041118_5.jpg (40553 Byte) HL_041118_2.jpg (63157 Byte)

Demoaufruf als PDF (204 KB)

Lübeck, 4. August 2004: Cap Anamur Veranstaltung

HL_040804_Podium.jpg (62881 Byte)Schotten dicht?!

Etwa 160 Menschen waren zu der Veranstaltung in den Großen Börsensaal des Lübecker Rathauses gekommen und diskutierten über den Fall "Cap Anamur" und über  Flüchtlinge und ihre Unterstützer im Fadenkreuz Europäischer Abschottungspolitik. Auf dem Podium saßen u.a. Stefan Schmidt, Kapitän der Cap Anamur, Martin Link vom Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein und Fanny Dethloff, Flüchtlingsbeauftragte der Nordelbischen Kirche. Es moderierte Norman Paech, Prof. für Völkerrecht aus Hamburg.

AVANTI bezog mit einem auf der Veranstaltung verteilten Flugblatt Position für ein Bleiberecht für alle und für offene Grenzen. Auf der Veranstaltung wurde außerdem eine Resolution an die Lübecker Politik verabschiedet mit der Aufforderung, sich mit der Cap Anamur zu solidarisieren und in Zukunft Flüchtlingen, die vom Lübecker Schiffen gerettet werden, in Lübeck Aufnahme anzubieten.

mehr lesen

Kiel, 7.7.2004: Demonstration gegen die Innenminister-Konferenz

KI_040707_2.jpg (50978 Byte)NO NATION, NO BORDER !

Über 400 Menschen demonstrierten am 7. Juli lautstark für ein Bleiberecht von Flüchtlingen und für einen sofortigen Abschiebestopp in Kriegs- und Krisengebiete. Mehr als die Hälfte der Demo-TeilnehmerInnen waren Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern, dem Iran, Irak und Tschetschenien.

„Wer bleiben will, soll bleiben“, forderte das Bündnis Bleiberecht Schleswig-Holstein von der zeitgleich in Kiel stattfindenden Innenminister-Konferenz. Das Bündnis ist ein breiter Zusammenschluss von Gruppen und Verbänden, die sich mit Asylrecht und Flüchtlingsbetreuung beschäftigen. Die Demo zog vom Dreiecksplatz bis zum Tagungsort der Innenministerkonferenz, das von einem starken Polizeiaufgebot abgeschirmt war.

KI_040707_1.jpg (22324 Byte) KI_040707_3.jpg (30827 Byte) KI_040707_4.jpg (28677 Byte) KI_040707_5.jpg (30387 Byte)

Die nächste Innenministerkonferenz soll übrigens im November in Lübeck stattfinden ...